
Ein Trike, das in einer Werkstatt aus einem Volkswagen-Motorblock und einem Vorderrad einer Goldwing montiert wurde, darf in Frankreich legal nirgendwo fahren, solange es nicht die Einzelgenehmigung erhalten hat. Das Verfahren existiert, es funktioniert, aber es basiert auf einem präzisen technischen Dossier und auf Prüfungen, die die DREAL nicht leichtfertig validiert. Hier ist, wie man konkret Schritt für Schritt vorgeht.
Umbau oder handwerklicher Bau: Die DREAL behandelt die beiden Fälle nicht gleich
Bevor man ein Dossier erstellt, muss man bestimmen, in welche Kategorie das Trike fällt. Ein internes methodologisches DREAL-Handbuch, das 2024 aktualisiert wurde, unterscheidet zwei Situationen.
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Wenn das Trike die Seriennummer (VIN) und strukturelle Elemente eines Serienmotorrads beibehält, wird es als umgebautes Fahrzeug klassifiziert. Der Anspruch bleibt hoch, aber die homologierte Basis vereinfacht einige Überprüfungen.
Wenn das Trike von Grund auf neu gebaut wird, ohne homologierte Basis, wird es als handwerklich gebautes Fahrzeug eingestuft. Die DREAL verlangt dann Strukturberechnungen, zusätzliche Prüfungen und ein deutlich umfangreicheres Dossier. Die beiden Kategorien bei der Einreichung zu verwechseln, führt zu einer Ablehnung und mehreren Wochen Verzögerung.
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In der Praxis basieren die meisten französischen Trikes auf einer Motorradbasis (Goldwing, Harley, Boxermotor) mit einem rekonstruierten Hinterrad. Man bleibt also im Verfahren der Einzelgenehmigung für umgebaute Fahrzeuge, das über die DREAL der Region läuft, in der das Fahrzeug abgestellt ist. Um die Homologation eines Trikes ohne böse Überraschungen zu erhalten, ist diese anfängliche Unterscheidung entscheidend für alles Weitere.

Technisches Dossier für die DREAL: Was vor der Einreichung gesammelt werden muss
Die Erstellung des Dossiers ist der zeitaufwändigste Teil. Es handelt sich nicht um ein einfaches Formular: Die DREAL erwartet eine Reihe von Unterlagen, die beweisen, dass das Fahrzeug die geltenden Sicherheits- und Emissionsanforderungen erfüllt.
- Das Formular zur Beantragung der Einzelgenehmigung, erhältlich bei der regionalen DREAL, ausgefüllt mit den vollständigen technischen Merkmalen des Trikes (Abmessungen, Leergewicht, Radstand, Hinterachse, Motorisierung).
- Die Herkunftsnachweise der Hauptkomponenten: Rechnung des Motors, Konformitätsbescheinigung des Spender-Motorrads, falls es noch existiert, Rückverfolgbarkeit des Rahmens oder Chassis.
- Ein illustriertes Beschreibungsdossier (Fotos, maßstabsgetreue Zeichnungen, Strukturpläne), das die Modifikationen im Vergleich zur Originalbasis zeigt oder die vollständige Konstruktion für einen handwerklichen Bau.
- Die Prüfberichte oder Konformitätsbescheinigungen zu den technischen Vorschriften: Bremssystem, Beleuchtung, Auspuff, Geräuschpegel. Für die Emissionen hängt die anwendbare Richtlinie von der angestrebten Kategorie ab (L5e für ein Trike mit Verbrennungsmotor).
- Eine Versicherungsbescheinigung und, in bestimmten Fällen, eine vorherige technische Kontrolle je nach Zustand des Fahrzeugs.
Jede regionale DREAL kann leicht unterschiedliche Dokumentationsanforderungen haben. Es ist ratsam, den Empfangsdienst der betreffenden DREAL zu kontaktieren, bevor man das Dossier einreicht, um zu vermeiden, dass Unterlagen im falschen Format bereitgestellt oder ein Nachweis vergessen wird, der die Bearbeitung blockiert.
Brems- und Stabilitätstests: Der kritische Punkt für atypische Trikes
Ein Trike mit kurzem Radstand oder schmaler Spur erhält die Genehmigung nicht allein auf Basis von Dokumenten. Die Rückmeldungen der DREAL Auvergne-Rhône-Alpes und Grand Est in der jüngeren Vergangenheit zeigen eine erhöhte Anforderung an dynamische Tests für Trikes, die bestimmte Leistungsgewicht-Verhältnisse überschreiten.
Konkret sprechen wir von Notbrems-Tests, Geradeauslauf und Stabilität in Kurven. Für Geometrien, die als atypisch gelten, kann die DREAL Demonstrationen auf einer Strecke oder auf einem geschlossenen Gelände verlangen. Das ist nicht systematisch, aber der Trend geht eindeutig in diese Richtung.
Die Tests bereits bei der Konstruktion antizipieren
Die Geometrie der Hinterachse nachträglich anzupassen, um diese Tests zu bestehen, ist teuer. Man spart Zeit, indem man Spur, Radstand und Bremssystem nach den erwarteten Stabilitätskriterien dimensioniert, anstatt zu hoffen, dass die DREAL über ein grenzwertiges Fahrverhalten hinwegsehen wird.
Die Rückmeldungen variieren in diesem Punkt je nach Region, aber ein gut mechanisch konstruiertes Trike besteht die Tests ohne größere Schwierigkeiten. Das Problem tritt auf, wenn der Bau die Ästhetik oder das Budget über die Geometrie stellt.

Nach der DREAL-Genehmigung: Zulassung und Führerschein
Sobald das Protokoll der Einzelgenehmigung vorliegt, erhält das Trike eine Empfangsnummer, die es ermöglicht, den Zulassungsbescheid zu beantragen. Die Anfrage erfolgt über die Website der ANTS oder bei einem autorisierten Fachmann.
Was den Führerschein betrifft, so verlangt die französische Gesetzgebung entweder einen Führerschein der Klasse A oder einen Führerschein der Klasse B, der seit mehr als zwei Jahren im Besitz ist, mit einer siebenstündigen Schulung. Fahrer, die ihren Führerschein der Klasse B ab dem 19. Januar 2013 erworben haben, müssen ebenfalls über 21 Jahre alt sein. Von der Schulung befreit sind diejenigen, die nachweisen können, dass sie zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 31. Dezember 2010 ein Leichtmotorrad oder ein Dreirad gefahren sind, gegen Vorlage eines Informationsauszugs des Versicherers.
Ein oft vernachlässigter Punkt: Umbau-Kits mit Stabilisatoren (insbesondere aus Portugal, die das Hinterrad des Motorrads beibehalten) sind in Frankreich strengstens verboten. Das so modifizierte Fahrzeug entspricht keiner Kategorie der Regelung für zwei-, drei- und vierrädrige Fahrzeuge. Es ist weder homologiert noch homologierbar, und das Fahren damit zieht eine Geldstrafe und die Stilllegung des Fahrzeugs nach sich.
Das gesamte Verfahren, vom ersten Kontakt mit der DREAL bis zur Zulassungsbescheinigung in der Hand, dauert in der Regel mehrere Monate. Die Dauer hängt von der Qualität des ursprünglichen Dossiers und der Arbeitsbelastung der regionalen DREAL ab. Ein vollständiges Dossier von Anfang an, mit allen Nachweisen und Prüfberichten, bleibt der einzige echte Hebel, um diese Wartezeit zu verkürzen.